EmotionPingPong - Trainer
Vorbemerkung: Es handelt sich um eine App in Beta-Version. Dies ist ein didaktisches Reflexionswerkzeug, kein diagnostisches, handlungsleitendes oder gar therapeutisches Instrument.
Bindungsrelevante Unterrichtssituationen spielbar, reflektierbar und besprechbar machen.
EmotionPingPong Trainer ist ein digitaler Trainingsbegleiter für die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen und weiteren im pädagogischen Feld tätigen Fachkräften. Er übersetzt die Methodik des Bindungsbretts in eine interaktive Übungsumgebung, in der angehende Fachpersonen die Dynamik zwischen Lehrperson und Schüler:in erproben – ohne dass dabei reale Kinder beteiligt oder Daten verarbeitet werden.
Die Grundidee
EmotionPingPong Trainer übt dreierlei zugleich: den Umgang mit dem Instrument Bindungsbrett / EmotionPingPong, das Verständnis von Bindungstheorie und die Reflexion der eigenen Beziehungsgestaltung. Während eine Szene gespielt wird, wird die Theorie erfahrungsbasiert mitgelernt und der Umgang mit dem Brett selbst geübt – Methode und Inhalt entwickeln sich gemeinsam.
Wir verstehen Bindungstheorie als Stressregulationstheorie: Bindungsverhalten ist im Kern eine Antwort auf Stress – die Art, wie ein Mensch unter Anspannung Nähe, Distanz und Beruhigung sucht. In dieser Sicht stehen die Stressregulationsmuster von Kind und Lehrperson gleichwertig nebeneinander. Nicht das Kind „hat ein Muster“ und die Lehrperson beurteilt es von aussen – beide bringen ihre Muster ein, beide wirken aufeinander, beide regulieren.
Die App macht ein zentrales Prinzip sichtbar: Jeder Mensch trägt alle Stressreaktionstendenzen in sich – sichere, vermeidende, ambivalente und desorganisierte –, aber mit ganz individuellen Ausprägungen und Schwerpunkten. Diese Schwerpunkte sind im Trainingsmodus plakativ einstellbar: Für beide Figuren lässt sich der Mix der Tendenzen verschieben. So wird erfahrbar, wie unterschiedliche Schwerpunkte dasselbe Geschehen verändern – und Verhaltensänderung wird spielbar: Man verstellt den Mix, spielt die Szene neu und beobachtet, wie sich Interaktion und Regulation verschieben.
Für die Lernenden liegt der reflexive Fokus auf dem eigenen Anteil als Lehrperson: Wie wirkt mein Fühlen, Denken und Handeln, wie meine eigene Regulation auf die Beziehung – und damit auf das Bindungs- und Stressverhalten, das mir gegenüber entsteht? Eine KI-Begleitung wirkt dabei als beobachtendes drittes Auge – Bindungsbrille, Supervision, Coaching und Feedback. Sie stellt Fragen, eröffnet Perspektiven und würdigt, ersetzt aber nie das pädagogische Urteil der Lernenden oder Dozierenden.
Wie die App aufgebaut ist
Der Trainingsmodus ist so konzipiert, dass jede Ausbildungsstätte ihn an ihr fachliches Profil anpassen kann. Drei Bausteine greifen ineinander:
Digitale Library. Die Institution hinterlegt ihre eigenen Fachgrundlagen – Texte und PDF-Dokumente zur Bindungs- und Stressregulationstheorie, zu hauseigenen Konzepten, Fallbeispielen oder Curricula. Diese Bibliothek bildet die inhaltliche Basis, auf der die Begleitung aufsetzt.
Verdichtung (Condensation). Die hinterlegten Dokumente werden auf Knopfdruck zu einem kompakten, strukturierten Digest verdichtet – methodische Prinzipien, zentrale Begriffe, Leitplanken. Nicht die gesamte Bibliothek fliesst in jede Rückmeldung ein, sondern diese verdichtete Essenz. Das hält die Begleitung schnell, fokussiert und konsistent mit dem fachlichen Verständnis des Hauses.
Prompts als Leitlinie und als anpassbare Do’s und Don’ts. Die Haltung der Begleitung ist zweistufig steuerbar. Eine generelle Leitlinie legt den Grundton fest: wohlwollend, hypothesenorientiert, nie diagnostisch. Darüber definiert die Institution anpassbare Do’s und Don’ts – was die Begleitung tun soll (Verhalten als Stress- und Bindungssignal lesen, Ressourcen benennen, Selbststeuerung vor Korrektur) und was sie unterlassen muss (keine Diagnosen über reale Personen, keine Typ-Schubladen für Kinder, Zurückhaltung bei sensiblen Themen). So bleibt die fachliche und ethische Kontrolle vollständig bei der Ausbildungsstätte.
Einsatz in der Ausbildung
Emotion Pingpong lässt sich in Seminare, Übungen und Praxisbegleitung einbinden – als gemeinsame Arbeit am Brett, in Kleingruppen oder zur individuellen Vorbereitung. Die Szenarien sind nach Schulstufe wählbar und an eigene Fallbeispiele anpassbar; ein einstellbares Nutzungsbudget hält den Fokus auf der eigenen Reflexion statt auf der Maschine.
Kooperation
Der Trainer soll als als Kooperationsprojekt mit der Praxis der Lehr- und Fachpersonenbildung weiterentwickelt werden. Wir suchen Hochschulen und Ausbildungsstätten, die den Trainingsmodus in der Lehre erproben und mitentwickeln möchten. Sprechen Sie uns an.
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>> Bedienungsanleitung: s. unterhalb der App
Bedienungsanleitung – EmotionPingPong Traininer
Das Spielfeld im Überblick
Das Brett bildet eine Beziehungssituation zwischen zwei Figuren ab:
- A = Lehrkraft (linke Hälfte), B = Schüler:in (rechte Hälfte).
- Senkrecht liegt die Erregung/der Stress: oben Angst/Wut (rot), darunter Stress (gelb), Aktiv (grün), unten Ruhig (blau).
- Waagrecht liegt die Nähe zur anderen Figur: zur Mitte hin nah, dann erreichbar, unerreichbar, am Rand abwesend.
Rechts läuft das Protokollfenster mit, in dem alle Züge und Rückmeldungen erscheinen.
Eine Szene starten
- Oben die Schulstufe wählen (Vorschul-, Primar-, Orientierungsstufe) – das steuert Alter und Sprache.
- Im Textfeld eine Situation eintippen, oder
drücken, damit Claude einen Startmoment erfindet.
- Start klicken. Die Szene erscheint im Protokoll.
Figuren bewegen
Ins Brett klicken: links setzt die Lehrkraft (A), rechts die Schüler:in (B). Position frei wählbar, auch Zwischenorte. So zeigen Sie, wo eine Figur gerade steht – wie erregt und wie nah.
Züge eingeben
Pro Figur gibt es drei Felder: Fühlen, Denken, Handeln. Tragen Sie ein, was die Figur im aktuellen Moment erlebt, und drücken A bzw.
B. Der Zug wandert ins Protokoll. Sie müssen nicht alle drei Felder füllen.
Die KI als drittes Auge
Die farbigen Tasten holen eine begleitende Perspektive – nie eine Diagnose:
Brille – eine wohlwollende Frage, die hilft, das Verhalten verständnisvoll zu sehen.
Supervision – ein ruhiger Hintergrundgedanke aus der Aussensicht.
Self-Coach – drei Vorschläge zum Selbstmanagement der Lehrkraft (Fühlen/Denken/Handeln).
Kid-Coach – drei Vorschläge, wie die Lehrkraft beim Kind Fühlen, Denken bzw. Handeln in eine gute Richtung bewegen kann.
Feedback – eine würdigende Rückmeldung zur bisherigen Sequenz.
Joker und Bindungs-Mix
Mit Joker lässt die KI eine Figur selbst den nächsten Zug machen. Geführt wird er vom Bindungs-Mix darunter: vier Schieberegler (sicher, vermeidend, ambivalent, desorganisiert) legen fest, welche Stressregulationstendenz bei dieser Figur gerade dominiert. Verstellen Sie den Mix und spielen die Szene neu – so wird Verhaltensänderung spielbar. Der Mix ist für A und B getrennt einstellbar.
Reflexion und Korrektur
Timeout (pro Figur) – eine reflexive Zwischenfrage an die KI, die nicht in die Geschichte einfliesst. Ideal, um kurz innezuhalten.
Rückspul – die KI fragt, wo ein anderer Ball (fühlen/denken/handeln) möglich gewesen wäre.
Zurück – macht den letzten Schritt rückgängig.
Neu – beginnt die Szene neu und setzt das Budget zurück.
Das KI-Budget
Oben stellen Sie das KI-Limit ein; KI übrig zeigt den Rest. Jede KI-Aktion zieht einen Punkt ab – ausser Feedback und der -Szenenstart, die frei sind. Eigene Eingaben und das Bewegen der Figuren kosten nie etwas. Steht das Budget auf 0, sind die KI-Tasten gesperrt; Feedback bleibt als Schlussfeedback möglich. Wer sich ein Limit setzt, hält den Fokus bewusst auf der eigenen Reflexion statt auf dem Spiel mit der Maschine.