Bindungsbrett / Bondingboard: Visualisierung von Beziehungs-, Emotions- und Verhaltensdynamiken
Einsatzbereich:
Das Bindungsbrett (BondingBoard) eignet sich für Kinder ab ca. 6 Jahren, Jugendliche, Erwachsene, Paare, Familien, Teams und andere Gruppen. Das Verfahren findet Anwendung in der Schule, in der Beratung, zur Selbst- und Fremdbeurteilung und in der klinischen Praxis, bei Themen wie Bindung, Erziehung, Beziehung, Emotionsregulation, Stress, Konflikte sowie in Supervision, Coaching, Selbstreflexion und Selbsterfahrung in den Berufsfeldern Psychologie, Psychiatrie, Pädagogik, Soziales, Gesundheit und überall, wo mit Menschen gearbeitet wird.
Das Verfahren:
Das Bindungsbrett ist eine aus der Beratungspraxis entwickelte Figurentechnik für die Visualisierung von Beziehungs-, Emotions- und Verhaltensdynamiken. Auf zwei symmetrischen Spielbrett-Hälften werden Figuren bezüglich ihres wechselnden Nähe-Distanz-Empfindens (X-Achse) und des Erregungsniveaus (Y-Achse) bewegt. So lassen sich Grundmuster sowie aktuelle und vergangene Einzelsituationen darstellen, vom einfachen Alltagproblem bis zum traumatischen Erlebnis. Der intuitiv verständliche Aufbau und die Möglichkeit, handelnd zu beschreiben, regt Reflexion und Austausch an und erleichtert das Verbalisieren, Mentalisieren und Entwickeln von Zielen und neuer Deutungen. Das Instrument orientiert sich ursprünglich an der Bindungstheorie, greift jedoch mit den Achsen ‚Arousal‘ und ‚Proximity‘ zwei universelle Parameter auf, die in anderen Modellen ebenso bedeutsam sind. Es ist daher mit pädagogischen Ansätzen, Verhaltenstherapie, kognitiven und emotionsfokussierten Therapieformen, systemischen Konzepten, analytischen Verfahren und neurophysiologischen Erkenntnissen kompatibel. Das Bindungsbrett lässt sich leicht in bestehende Beratungsprozesse integrieren. Für die Basisfunktionen werden nur wenige Figuren benötigt. Für den kreativen Einsatz hält die Box viele weitere Spielsteine bereit, nutzbar beispielsweise als Symbole oder für die Arbeit mit inneren Anteilen.
Die meisten der Spiele, die für die ebenfalls erhältliche kleinere, spielerische Variante EmotionPingPong entwickelt wurden, sind auch mit dem Bindungsbrett spielbar.
Dies ist ein qualitatives Instrument, welches zur Exploration, Hypothesen-Generierung, Zielformulierung, im Beratungs- oder Therapieprozess und zur Verlaufskontrolle eingesetzt werden kann. Es handelt sich jedoch nicht um ein normiertes Testverfahren.
Bearbeitungsdauer:
Ab 5 Minuten, je nach Anwendungsabsicht. Das Instrument kann in einer einzelnen Sitzung verwendet werden oder über mehrere Sitzungen hinweg. Durchführungen mit mehreren Personen sind parallel oder seriell möglich, beispielsweise um Beurteilungen von Kind, Elternteil und Lehrkraft oder eines Paares gegenüberzustellen oder in einer gemeinsamen Sitzung kooperativ zu entwickeln.
Die Bearbeitungsdauer verändert sich dann entsprechend.
Hinweis:
Die Spiel- und Anwendungsideen entstanden unter anderem im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zum Emotionslernen und zur Emotionsregulation an der Pädagogischen Hochschule Luzern sowie in Zusammenarbeit mit Fachpersonen aus Pädagogik, Psychologie und Therapie. Mitwirkende: Prof. Dr. Cécile Tschopp und Dr. Robert Langnickel, Pädagogische Hochschule Luzern PHLU / Dr. Pierre Walther, Universität Würzburg / Dr. Willi Steinke, University of Toronto / Ronja Bohnenkamp, Universität Rostock / Brigitte Portmann, Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik HfH Zürich / Carole Steinke und Rhea Arnold, Luzerner Psychiatrie LUPS / Anna Haefeli, Rüdiger Lorenz und Alexandra Schwald, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel UPK / Team kompetenzhoch3, Zürich / Stefan Caduff, Sapia Luzern / Andrea Willnauer, Schulpsychologie Rothenburg / Brigitte Beutler, Schule Rothenburg / Géraldine Bain, Stephanie Baldelli, Susan Becker, Regula Buob, Sybille Burri, Camille de Bondt, Chantal Delaquis, Ursula Epp, Larissa Etter, Anna Fischer, Marie Freese, Anouk Gloggner, Jennifer Gottsponer, Selina Grossen, Andrea Habermacher, Laura Knüsel, Carmen Müller, Milena Rast, Katharina Roten, Jennifer Schumacher, Barbara Tschopp, Laura Thrier und Olivia Witschi: Masterarbeiten am Institut für Angewandte Psychologie der ZHAW Zürich sowie an den Pädagogischen Hochschulen Luzern, Wallis und Ludwigsburg.
Lieferumfang:
1 Spielbrett beidseitig bedruckt, 1 Bewertungsschablone, 3 Bewertungsvorlagen, grosse und kleine Figuren, farbige Spielsteine, Spielsteine mit Symbolen, in Kartonbox 31,5 x 27,5 cm, Manual in Deutsch und Englisch als Download.
Variante:
EmotionPingPong ist eine verkleinerte Variante des Bindungsbretts. Das Bindungsbrett ist aufgeklappt etwas grösser als A3, während EmotionPingPong auf A4 aufgeklappt wird.
Bestellung:
https://bondingboard.com/shop